Reboarder – I-Size : Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen zu I-Size oder Reboardern

 

1. Warum wird es eine Pflicht zum rückwärtsgerichteten Fahren geben?

Die Vorschrift zum rückwärtsgerichteten Befördern von Kindern ist eine logische Konsequenz aus einer Zunahme von Todesfällen von ( meist in Fahrtrichtung transportierter)Kindern bei Autounfällen, sowie daraus resultierender Verschärfung von konkreten Sicherheitsaspekten beim Transport von Kleinkindern sowie eine folgerichtige Konsequenz aus der Tatsache, dass (im Gegensatz zu skandinavischen Ländern) viele Babys zu früh, meist aus Unwissenheit der Eltern heraus, aus der Babyschale in einen vorwärts gerichteten Kindersitz umgesetzt werden.

Die Frage müsste also lauten: Warum wird erst jetzt, 20Jahre nach Einführung der Kindersitzpflicht, das rückwärtsgerichtete Fahren für Kinder über 13 Kg Körpergewicht zur gesetzlichen Pflicht?

 

2. Sind wir nicht alle in vorwärts gerichteten Autositzen als Kinder gefahren und den meisten von uns hat es nicht geschadet!?

Ja, genau, wir erinnern uns alle noch an die Fotos von Babys, die einfach in Babyschale oder Tragetasche des Kinderwagens hinten auf der Rückbank abgestellt und transportiert wurden!?

Heute unvorstellbar und lebensgefährlich!

Unfallstatistiken geben eine Antwort,-und ein Blick über den deutschlandweiten Tellerrand in nördliche Länder, allen voran Skandinavien, wo das rückwärtsfahren der Kinder in Reboard-Kindersitzen allgegenwärtig und Normalität ist, und das seit vielen Jahren (einhergehend drastisch sinkende Fälle von durch einen Unfalltod verstorbener Kinder), gibt eine weitere Antwort und bestätigt die naheliegende Vermutung, dass die Entscheidung des UN-Gremiums für die Einführung einer Pflicht für den rückwärts gerichteten Transport von Kleinkindern ( nach 20 Jahren Kindersitzpflicht in Deutschland) längst überfällig ist und im Sinne unserer Kinder möglichst breitflächig und schnellstmöglich verbindlich gelten sollte.

 

3. Was genau ist ein Reboarder?

Ein Reboarder ist ein rückwärtsgerichteter Kindersitz der Gruppe 0+/1 und 1 / 2 (9-18 bzw. 9-25Kg), der den Transport von Kleinkindern gegen die Fahrtrichtung bis zum 4.-5.Lebensjahr gewährleistet.

Beim Frontal-Crash wird die Aufprallenergie breitflächig über den Rücken des Kindes verteilt, der Kopf wird im Sitz gehalten und Kopf und Nacken bleiben weitestgehend in physiologischer Position.

Bei Seitenkollisionen drücken häufig parallel auftretende Verzögerungskräfte das Kind in den Reboarder hinein, der Seitenaufprallschutz funktioniert.

Die seltenste Unfallart mit schweren Verletzungen ist die Heckkollision, bei der das Kind im Reboarder weiter vom Heck entfernt positioniert ist es existiert somit eine größere schützende Knautschzone.

 

4. Was genau ist diese i-Size-Norm?

I-Size ist eine neue Prüfnorm, die am 9.7.2013 in Kraft getreten ist und unter der EU-Verordnung ECE R 129 die die aktuell bestehende Norm ECE R 44/04 nach einer Übergangsfrist mit paralleler Zulässigkeit ersetzen wird.

I-Size ist „rückwirkend kompatibel“, d.h. Grundsätzlich in allen Fahrzeugen mit Isofix-Verankerungspunkt nutzbar.

Weiterer wesentlicher Bestandteil der i-Size Norm ist die neue Klassifizierung und Zuordnung der Kindersitz-Gruppen vorrangig nach Körpergröße (in cm) und Alter der Kinder und nur zweitrangig nach geschätztem Körpergewicht, wie es bislang unter Norm ECER 44/04 (und allen Vorgängernomen) der Fall war.

 

5. Wo ist der Unterschied zwischen ECE R 44/04 und i-Size ECE R 129?

I-Size wird im Volksmund auch „Super-Isofix“ betitelt, ist also gebunden an eine werksmäßige Installation mit dem (inzwischen schon weit verbreiteten) Isofix-System.

Obligatorische Installation mit Isofix schützt vor „misuse“ und benutzerbedingten Fehlinstallationen und vermeidet somit erhöhtes Verletzungsrisiko im Falle eines Unfalls oder starken abrupten Bremsvorgangs.

I-Size berücksichtigt die Körpergröße und das Alter des Kindes vorrangig vor dem Körpergewicht, bei ECE R 44 / 04 war es bislang eine Klassifizierung nur aufgrund des Körpergewichtes.

Im Gegensatz zu der Umstellung von ECE R 44/03 auf ECE R 44/04 im Jahre 2005, bei der es lediglich um eine Änderung des Zulassungsverfahren – aber keine Veränderungen der eigentlichen Prüfvorschriften handelte, so dass ein nach ECE 44-03 geprüfter Sitz genauso sicher wie ein nach ECE 44-04 zugelassenes Modell sein konnte/ kann, kommen bei Umstellung auf ECE R 129 inhaltliche Neuerungen in die Praxis der Prüfstellen, so sieht eine Zulassung nach I-Size verbindlich einen Seitencrashtest vor, den es im ECE Prüfverfahren nicht gibt, die unter ECE 44 verwendeten P-Dummys werden durch die „sensibleren“ Q-Dummys ersetzt.

 

6. Ich habe ein Auto ohne Isofix- muss ich auf Reboarder verzichten?

Nein, es besteht die Möglichkeit einer Isofix-Nachrüstung.I

Informieren Sie sich hierfür bei Ihrem Autohersteller.

Ebenso können die meisten Reboarder mit einer Gurtsicherung befestigt werden.

Bevorzugt, auch aufgrund des Ausschlusses von Fehlinstallationen ist jedoch in jedem Fall die Installation mit Isofix.

 

 

7. Existieren auch Reboarder ohne Isofix?

Ja, es gibt Reboarder auf dem Markt verfügbar, die sowohl mit Isofix, als auch mit der Gurtsicherung fixiert werden können.

 

Muss ein guter Reboarder jetzt bereits i-Size ready sein?

Nein, das muss er nicht! Es liegt im Ermessen des Kindersitzherstellers seinen Sitz entweder für die ECE R 44/04 Norm zuzulassen, oder aber für die (mit mehr Sicherheitsauflagen verbundene) ECE R 129Norm. Ein sehr beliebter und häufig gekaufter Sitz, der Cybex Sirona, ist nach ECE R 44/ 04 zugelassen, obwohl er beinah alle I-Size-Norm-Kriterien erfüllt. Hat also momentan noch wenig Aussagekraft und unentschlossene, uninformierte Käufer schrecken bei neuen Etiketten aller Voraussicht nach erst einmal zurück und greifen lieber auf das Altbekannte zurück.

I-Size wird kommen und es wird eine Welle der Umrüstung geben-wir sind so ziemlich weit vorn dabei im Rennen, wenn wir jetzt bereits an die Zukunft denken!

 

8. Haben i-Size und Reboarder Konsequenzen für den Automarkt?

Ja, Autoherstellern ist es ab Juli 2013 möglich, ihre neuen Modelle mit dem Zertifikat

„ i-Size ready“ auszeichnen zu lassen. Isofix Vorrichtungen sind heutzutage beinah in jedem Modell serienmässig anzutreffen. I-Size-Ready wird in naher Zukunft, so die Meinung der Experten, bei vielen Ausstattungsmerkmalen eines Neuwagens zu finden sein um Gewährleistung der Kompatibilität mit den neuen Reboard-I-Size-genormten Kindersitzen zu ermöglichen.

Der Name I-Size wird uns also in Zukunft oft über den Weg laufen, und bei einem Autokauf sollte das (sofern Kleinkinder vorhanden oder in Zukunft geplant, versteht sich) immer unbedingt berücksichtigt werden!

9. Wieviel sicherer ist ein Reboarder?

Alle einschlägigen, aufschlussreichen Gutachten des ADAC, des ICRT, von Versicherungsunternehmen und von Autoherstellern haben gezeigt, dass rückwärts gerichtete Kindersitze die Gefahr schwerer Verletzungen bei einem Unfall um 90 Prozent verringern. Bei vorwärts gerichteten Sitzen sind es nur 62 Prozent.

10. Kann mein Kind denn noch aus dem Fenster schauen?

Aufgrund der höheren Sitzposition kann Ihr Kind ganz wunderbar aus dem Seitenfenster herausschauen. An dem Kind vorbeirauschende Objekte können seit-und rückwärts viel länger beäugt werden- das ist wesentlich weniger anstrengend und es fällt Kindern so viel leichter Objekte zuzuordnen und zu erkennen.

11. Kann es zu Problemen mit Übelkeit kommen aufgrund der rückwärtsgerichteten Fahrposition?

Besteht eine grundsätzliche Neigung zu Reiseübelkeit, ist dies unabhängig von Fahrtrichtung rückwärts- sowie vorwärts gerichtet der Fall.

Ihr Kind wird darüber hinaus wahrscheinlich bereits in der Babyschale Erfahrung mit dem rückwärtsgerichteten Fahren gesammelt haben, ebenso wird es im Kinderwagen rückwärts (also in dem Fall mit Blick zur Mutter/ zum Vater) transportiert es wird daher mit keinen Anpassungsschwierigkeiten zu rechnen sein.

 

12. Warum schneiden Reboard-Sitze derzeit bei den großen Tests so schlecht ab?

ADAC und Stiftung Warentest sind stets bemüht, nach bestem Wissen und Gewissen Produkte auf Herz-und Nieren zu testen.

In unserem speziellen Fall auf Sicherheit und Ergonomie/ Handhabung.

Und zwar beides zu gleichen Anteilen mit 50% wird die Sicherheit / Unfallsicherheit bewertet, und mit ebenfalls 50% fließen Aspekte der Handhabung und der Ergonomie in das Gesamtergebnis ein.

Aufgrund ihres konstruktionsbedingt hohen Eigengewichts, sowie Inkompatibilität mit manchen Automodellen da sie konstruktionsbedingt mehr Platz in Anspruch nehmen.